TemperaTechnik

Tempera, aus dem lateinischen, temperare, vermengen, vermischen. Eine wässrig-ölige Emulsion, aus Ei und Öl oder Harz, unter Zugabe von Hautleim und mit Wasser verdünnbar, je nach Fettgehalt. Daneben gibt es die KirschgummiTempera und die KaseinTempera. Kasein, also Magerquark und gelöschter Kalk oder Borax als Aufschlussmittel + Harz und Öl.

Mit diesen Malmitteln und Pigmenten wurden in mittelalterlichen Zeiten die Untermalungen gearbeitet, z.B. als sog. Grisaille, Graumalerei. Über diesem Formkern wurden dann Öllasuren oder Harzlasuren gemalt. Sogenannte Weißhöhungen verfeinerten die Plastizität der Malerei. Diese sog. Mischtechnik ließ eine Vervollkommnung zu, die mit weniger Ölanteilen als reine Ölmalerei auskam. Einer der wichtigsten Maler, VanEyck, 1390 in Maaseick geb. und 1441 in Brügge, Belgien, gestorben, hat seine ausdruckstarken Gemälde in dieser Technik gearbeitet. In der neuern Zeit verwendeten Otto Dix und Böcklin diese Technik.

Ich habe mich ab 1983 mit dieser TemperaTechnik auseinandergesetzt und ein Jahr Farb - und Formstudien zu Grünewald gearbeitet , aufgrund des Straßburger Manuskript und anderer Quellen, Experimente auf Holz und Leinwand, bis hin zu reiner EigelbMalerei oder sog. TüchleinMalerei, teilweise Unterzeichnung mit Silberstift, bin ich den Weg der Grisaille Untermalung mit anschließenden Lasuren gegangen. Angewendet habe ich diese Technik bei den drei Aufträgen der GrünewaldKopien und später dann immer wieder in meinen Gemälden.

Vor allem spielt in der Ölmalerei der Vergilbungsprozess bei den Blautönen eine Rolle, bei Böcklin sieht man dies in der Reinheit der Blautönen, die er eben in TemperaTechnik gearbeitet hat. Für mich ist es gerade auch im Porträt oder in der Untermalung reizvoll, die TemperaTechnik zu verwenden, die sich anders als Acrylmalerei verhält, zumal die Acrylmalerei nicht über Ölmalerei gearbeitet werden kann, im Vergleich zur oben beschriebenen Temperatechnik.

Künstlerische Beratung, Malunterricht, Maltechniken, Pigmente, Rahmung